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Victoria KR 25 Aero Bj 1950

Victoria KR 25 Aero 

 250 ccm  - 8 PS - Baujahr 1950

Wie es  oft so  geht, kommt man zu seinem "Glück"durch das zutun anderer. 

Bei mir war mein  Sohn der "Übeltäter" , als er mir im Dezember 2000 mein  Weihnachtsgeschenk überbrachte.

Ich war total überrascht, da ich überhaupt  keine Vorahnung hatte was da wohl kommen würde. Natürlich, war schon ein  gewisses  Interesse an alten Motorrädern vorhanden,  weil mein Bruder schon seit langer Zeit eine alte  Victoria KR 6 Bergmeister Bj. 1932 sein Eigen nannte.

Dass ich aber selbst einmal so ein Fahrzeug fahren , oder sogar besitzen sollte, konnte ich mir nicht  vorstellen. Als ich dann im Jahre 1999  beim   Jahrestreffen der Victoria Interessengemeinschaft  bei meinem Bruder, als Helfer tätig war steigerte sich das ganze Interesse etwas . 

Vermutlich hat mein Sohn das bemerkt und ging auf die Suche nach einer alten Victoria . 

Diese war dann das besagte Weihnachtsgeschenk , - eine total zerlegte Victoria KR  25 

 

 


Restauration KR 25 Aero

Mein erstes  "Projekt ", war dann auch diese Victoria  KR25 Aero Baujahr  1950   

Die KR 25 war  fast komplett, allerdings total zerlegt und wurde dann bis zum Herbst 2001 fertiggestellt.

Es war einiges an Arbeit und Zeit notwendig um das Motorrad in einen vernünftigen Zustand zu  bringen. Da das Fahrzeug vom Tag der Zulassung am 30.6.1950  bis zur  Stillegung am 28.8.1958 nicht zu sehr " gemartert "wurde waren große  Teileinvestitionen zum Glück nicht notwendig.

Die gesamte Nutzungszeit war nur gut acht Jahre - .

Das Motorrad stand dann nach der  Stillegung mehr als 40 Jahre, an einem scheinbar gut geeigneten trockenen Platz.  

Wie ich herausfinden konnte , war die KR 25  einzig auf einen  Besitzer , aus einem Ort ganz in meiner Nachbarschaft zugelassen.

Im Originalbrief,  konnte ich das damals ausgegebene Kennzeichen feststellen. Da wir in  Bayern zu Hause sind und hier nach dem Krieg die Amerikaner das  "Sagen" hatten musste das Kennzeichen mit AB( Amerikanische  Besatzungszone) beginnen.

Das gesamte Kennzeichen lautete AB 558-100.

Der Besitzer war ein  Friseurmeister aus der Nähe von Bamberg

Ich nehme an  dass dieser Friseur, wie damals üblich, auch   " Hausbesuche " machte und  dazu das Motorrad  benutzte.  

In den Papieren ist  auch der Betrieb mit Beiwagen möglich. Am Motorrad konnte ich allerdings nicht  feststellen , dass ein Beiwagen angebaut war.

Mit  der Motorleistung von 8 PS,  ging vermutlich in unserem bergigen  Gelände nicht mehr so viel. Aber die  Strassen von damals waren sowieso nicht zum schnell fahren gebaut.

Wenn doch,  hielten das nur die ganz " harten", ( Mensch  & Maschine ) auf  Dauer durch. Der Friseur jedenfalls, hat das Motorrad nicht kaputt gemacht und  war vermutlich froh, einen fahrbaren Untersatz zu haben . 

Besser langsam  gefahren - als schnell gelaufen, sagte man sich damals.

Nun zur Restaurierung

Zeit : Dezember 2000  bis September 2001

Es  wurde natürlich alles neu gelagert und überholt.

Die Lackierung musste  komplett erneuert werden.

Die Räder bekamen neue Speichen usw.

Das  Problem war , dass das zerlegen andere für mich erledigt hatten , so dass etwas  mehr nachgedacht  werden musste , was wo und wie -  hin  kommt.

Aber nach einiger Zeit ging es besser und man sah  erste Erfolge, was natürlich ein weiterer Ansporn zu weiterem Einsatz war.

Es musste nur noch die TÜV Prüfung durchgeführt werden. Dann waren die ersten  Probefahrten fällig. Nach dem  "Einfahren" des Motors waren die ersten Fahrten durch die Fränkische Schweiz und damit die ersten richtig schönen Stunden mit der KR 25 eine  Riesenfreude..

Im allseits bekanntem Motorradfahrertreff " Kathi Bräu " Heckenhof, konnte man  mit fachkundigen Kollegen neuerer Baujahre fachsimpeln.



Victoria Tank - wunderschöne Tropfenform

Victoria KR 25 zu Besuch bei KTM in Mattighofen / Östereich

 

Victoria KR 25 Aero

Beschreibung  des Motorrades

 

  •  Motor-Getriebe  

Der Motor ist ein Einzylinder-Zweitakter  mit Leichtmetall-Flachkolben und Dreistrom-Umkehrspülung. Zündkerze: Für normale Fahrt:  Bosch W 175 T 1 oder Beru K 175 b 1/14 U; für große Wärme und forcierte Fahrten: Bosch W 225 T1, für Einfahren oder besonders   langsames Fahren: Bosch W 140 T 1.

Der Unterbrecher Kontakt Abstand beträgt 0,4 mm Der Zündkerzenelektrodenabstand beträgt  0,6 mm

Das Kurbelgehäuse aus Aluminiumlegierung ist mit dem Getriebegehäuse in einem Stück gegossen.

Also ein echter Block!

Die vierfach gelagerte  Kurbelwelle, sowie das Pleuel  laufen auf Rollenlager. Der  Leichtmetall  Zylinderkopf ist abnehmbar. 

Über den Vergaser. einem Zwei­ Schiebervergaser bewährter Konstruktion, liegt eine ausführliche Beschreibung der Einstelldaten unter Technische Daten bei. 

Die Lichtmaschine wird direkt von  der Kurbelwelle angetrieben. Sie liefert den Strom für die Zünd- und  Lichtanlage.

Das Getriebe ist ein vierstufiges Zahnrad-Getriebe, mit  Fuß- oder  Handschaltung. Der Antrieb erfolgt über eine  Korklamellenkupplung, mittels  einer endlos genieteten Hülsenkette, 3/8x5/16  " mit Hülsen 6 mm Durchm.Das Kupplungs-Kettenrad ist mitGummistoßdämpfung  ausgestattet.

B.- Fahrgestell

Der Rahmen, ein offener Rohrrahmen nach dem VlCTORlA~Drucklötverfahren  unbedingt bruchsicher  hergestellt  ist garantiert  verwindungsfrei.

Bis Baujahr 1950 wurde eine Trapezgabel mit Zentralfeder zur Vorderradführung  und Federung verwendet .Ab Bj. 1951 wurde eine Teleskopgabel verwendet

Die Teleskopgabel besitzt ausreichende Eigen-Dämpfung und verleiht der  Maschine infolge des vergößerten Federweges ausgezeichnete  Fahreigenschaften, sowie eine Verbesserung der Straßen- und Kurvenlage. 

Die Anordnung von zwei auf die ganze Lange der  Gabelholme durchgeführten, je einmal unterteilten und vollkommen in Fett eingebetteten 

Schraubendruckfedern innerhalb der Tauchrohre ermöglicht eine  lange Lagerung der letzteren und damit eine ausgezeichnete Geradführung des  Vorderrades.

Die Telegabel benötigt keine besondere Wartung, die Gleitbahnen sind gegen Verschmutzung durch Gummi- Faltenbälge vollkommen abgedichtet.

Auf Wunsch wird die Maschine auch mit einer Jurisch­Hinterradfederung  geliefert

Der verstellbare Lenker hat folgende Bedienungs­hebel: rechts: Drehgriff für Vergaser Handhebel für Vorderradbremse und Lufthebel   links: Handhebel für Kupplung Abblendschalter mit Druckknopf für Signalhorn.  An dem ca. 14 Liter fassenden Benzintank. der eine  große  Einfüll Öffnung mit Schnellverschluss besitzt, ist  bei Maschinen für Handschaltung das  Schaltsegment befestigt.                      Der Kraftstoffhahn ist für Benzinreservestellung  einstellbar.

Die Räder haben kräftige Naben mit breiten Bremsen, Tiefbettfelgen und starke Speichen.Die Vorderradachse ist starr, während das Hinterrad mit  Steckachse versehen ist. Die Antriebskette, 1/2 x5/16 “, ist vollkommen staubdicht gekapselt.

Das Tachometer, im  Scheinwerfer eingebaut, wird  bei Maschinen mit Trapezgabel von der Vorderradnabe bei Maschinen mit  Teleskopgabel von der Hinterradnabe aus angetrieben

Die breiten und seitlich tiefen Schutzbleche schützen Fahrer  und Maschine vor Verschmutzung Das Hinterradschutzblech ist  aufklappbar zum leichten  Ein- und Ausbau des Hinterrades.                                       

Der selbstaufklappende Mittelstützständer ermöglicht  ein müheloses  Aufstellen der Maschine.

 Der Sattel hat eine große weiche Gummisitzfläche  und ist  als der bekannte VICTORIA-Doppelfeder Schwingsattel   ausgestattet . Dieser Sattel kann auf jedes Körpergewicht, nach öffnen  der  Muttern, mit wenigen Handgriffen eingestellt werden.

Der Werkzeugkasten enthält das vollständige Werkzeug

 


 
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