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Das Triebwerk der KR 35 SN
 

Victoria  KR 35 SN Pionier

Baujahr 1938

Hubraum 342ccm

Leistung 18 PS 

     

Nach  den ersten schönen Jahren mit meiner KR 25 wurde  ich total vom Oldtimer Virus  befallen. Da  es sehr viel interessanter ist, ein etwas selteneres  Vorkriegsfahrzeug zu  fahren, ging ich auf die Suche .

Es  sollte natürlich zunächst einmal eine Victoria sein. 

Nach  einigen vergeblichen Versuchen auf diversen Oldtimermärkten  und  Ausstellungen, konnte ich an eine KR 35  Vorkrieg  herankommen.   

Nach einigen Telefongesprächen und Mails wurde ich mit dem Vorbesitzer  handelseinig. So erstand ich mir das Motorrad.

 

 


Also  fuhr ich dann im September 2004  in Richtung  Ruhrgebiet um meine neue  Errungenschaft zu holen. Das  Motorrad kannte ich nur von Fotos und von der Beschreibung des Verkäufers. Am  Ziel angekommen , war ich zunächst etwas  geschockt, als ich sah, welche “Baustelle” ich da übernommen hatte. Die Fotos zeigten nur die grob  zusammengesteckte Maschine.  Diese war aber schon wieder zerlegt

Aber  was soll´s, dachte ich und freute mich trotzdem, mit einem Anhänger und einem  Kofferraum beladen mit Teilen die Heimfahrt anzutreten.

Ich  hatte ein Motorradpuzzle mit jeder Menge von zusätzlichen Ersatzteilen  erworben.

 

Alles  in Kisten und Schachteln ,  - kein Teil am anderen !!   So  kam ich zu meiner ersten richtigen Herausforderung ,welche ich ohne lang zu überlegen  sofort annahm. Die  ersten Tagen , Mitte September 2004 , war ich damit beschäftigt  erst  einmal eine Bestandsaufnahme und die Sortierung der Teile durchzuführen. Mit  dem Ersatzteilbuch  an der Seite wurden die Teile zugeordnet, aus den vorhandenen die Besten ausgesucht  und abgelegt.


 

Als erstes Projekt nahm ich den Motor in Angriff. Das  noch vorhandene  Gehäuse  wurde komplett zerlegt und gereinigt  . Natürlich mussten alle Lager in Motor und Getriebe erneuert werden. Hier tat  sich  das erste Problem auf , da die Rollenlagerung der Kurbelwelle  Lichtmaschinen - seitig  schadhaft war. Neue  Originallager konnten nicht besorgt werden , so dass ich die Lagerung unter  Beibehaltung des  Originallagerzapfens in eigener Regie auf  INA Nadellager  umbaute. Zu  Schmierung der Lager musste auch das  Motorgehäuse an der entsprechenden Stelle mit Öltaschen versehen werden. Diese Arbeiten waren  etwas kompliziert, aber es  machte mich Stolz  dieses Problem auch selbst lösen zu können. In  den Zylinderkopf musste ich neue Ventilführungen einbauen und die Ventile neu  einschleifen. Die Kipphebel Lagerungen waren noch brauchbar, so dass hier nicht  viel Arbeit nötig war.Es  wurde ein neuer Kolben besorgt und die vorhandene  Zylinderlaufbüchse in einer Zyl.Schleiferei neu geschliffen Die Nockenwelle und die Stößelstangen waren noch in Ordnung. Die Ölpumpe wurde zerlegt, gereinigt überprüft und wieder zusammengebaut, da sie  keine  erkennbaren Schäden hatte.


 

Auch  das Getriebe bzw. alle Getriebeteile wurden 

überprüft und  konnten  verwendet werden. An der  Originalkupplung musste ich die belegten Scheiben mit  neuen Korksegmenten versehen .   Hier besorgte ich mir  entsprechendes Material und fertigte die 80 Teilchen an.Nach  Anpassung in der Stärke wurde dann  eine  gute Vorspannung der  Kupplung festgestellt.

Probleme  mit der Kupplung gab es bisher bis heute nach 10 Jahren und mehr als 22000 km absolut keine . Noch nicht einmal nachgestellt musste die Kupplung werden

Nachdem  das komplette Innenleben des Motors soweit in Ordnung war , baute ich das ganze  zusammen . Den Zylinder und den Kopf draufgebaut und das  Triebwerk war fertig , bis auf die letzten Einstellarbeiten

Der Motor konnte nun erst einmal beiseite gestellt werden.


 

Nun  ging es an den “Rest”

Das  nächste Projekt war der leider etwas zerbeulte  und verrostete Tank.Nach  den unvermeidlichen Ausbeul- arbeiten  wurde  der Tank innen saniert und dann außen  neu lackiert .      Alle  Rahmenteile wurden komplett neu lackiert, Kotflügel  hinten und vorne  mussten ausgebeult und ebenfalls  lackiert werden.

Die  Lagerungen der Trapezgabel mussten erneuert  werden  ebenso die  Radlager. Als  weiteres Highlight sollte sich das  restaurieren  der beiden Räder  darstellen. Nach  dem lackieren war das Einspeichen mit neuen Speichen zu machen .  Aber  auch diese Arbeit konnte ich selbst erledigen.  

Mittlerweile  waren auch die in Arbeit gegebenen Chromteile fertig. So  langsam konnte man nun an das zusammenbauen  der Teile denken.

Ein  neuer Kabelstrang und die Bowdenzüge mussten  noch angefertigt werden. Neue  Auspuffkrümmer und Schalldämpfer waren  natürlich auch noch zu besorgen.

Im  Frühsommer 2005 war dann der Zusammenbau in vollem Gange und konnte Ende Juli weitesgehend abgeschlossen werden.


 

Bis  jetzt hatte das ”Ding” noch keinen Ton von sich gegeben..

Nach  den fälligen Einstellarbeiten ( Ventile“ Zündung Vergaser )kam dann zum  ersten Mal  Feuer und  Rauch  aus dem Motor .


 

SUPER  , -  ER LÄUFT !! “

Ein  wirklich großes Gefühl ....  mit der  Tatsache bei dieser Restauration  außer Chromarbeiten  und  Zylinder schleifen alles selbst gemacht zu haben. Natürlich waren einige Korrekturen und Nacharbeiten fällig .


 

Nach einer Zeit von ziemlich genau einem Jahr konnte ich meine neue Errungenschaft  dann mit in den Urlaub  nach  Niederbayern nehmen

Fahrten und Treffen mit der KR 35

Die erste grosse Fahrt fand im Herbst statt . 

Eine schöne  und  erlebnisreiche Zeit in Niederbayern.  Der  Motor musste noch fertig eingefahren werden, was im Urlaub gut möglich ist.  So  dass die KR 35 möglichst oft und lange im Bayerwald herumtuckerte .Zufällig  waren in dieser Zeit auch 2 Oldtimertreffen in der Nähe . Diese Treffen konnte ich besuchen und fand überall von meiner KR 35  begeisterte  Oldtimerfreunde. Sogar Zeitungsberichte und Preise gab es für mein “Baby”  ebenso wie im Jahr vorher bewegte ich mich teilweise  auch in Österreich .

Es gab keine größeren Probleme.  Nach  dem Urlaub konnte ich mit großer Freude feststellen , dass ich mehr als 1000 km  in Niederbayern und Österreich  abgespult hatte.



Nur  einmal gab es ein größeres Problem : Beim Victoriatreffen 2006 brach der  Gasschieber, so dass an ein weiterfahren nicht mehr zu denken war.

Das  Problem konnte aber innerhalb von zwei Wochen wieder behoben werden .

Seitdem läuft die Maschine wieder zuverlässig wie vorher

Man sieht sie öfters in der Fränkischen Schweiz unterwegs

Im  Jahr 2007 konnte ich mit der KR 35 an mehreren ADAC Oldtimerfahrten teilnehmen  und erreichte in der  Jahresendwertung aller Historischen  Motorräder den zweiten Platz.


Mittlerweile sind ca. 5600 km ohne Problem gefahren worden.

Wie  schon in den Vorjahren konnten 2009 im Laufe des Sommers  erneut eine grössere Anzahl  von ADAC Oldtimerfahrten  gefahren werden. Dabei  konnten bei 12 Starts - 4 Gesamtsiege und 7 Klassensiege errungen werden.   In  der ADAC Oldtimerwertung Gau Nordbayern wurde Platz 2 erreicht.   In  der Wertung zur Bay. Motorsportmeisterschaft Bezirk Oberfranken Platz 1 

In  dem bundesweit ausgeschriebenen  ADAC Classic Revival Cup für Motorräder  konnte Platz 2 in der Klasse und sensationeller Weise Platz 2 der  Gesamtwertung aller Teilnehmer erreicht werden. Auch im Jahr 2009 wurde die Zuverlässigkeit der KR 35  erneut unter Beweis gestellt , es gab keinen einzigen Ausfall!


 

Wie schon in den Jahren vorher konnte  im Jahr 2010, die überaus  erfolgreiche Teilnahme an vielen Wettbewerben im gesamten Bundesgebiet fortgesetzt werden. Die KR 35 SN war sehr zuverlässig. Es musste  erneut kein einziger  Ausfall gemeldet werden.

Mittlerweile  hat die KR 35 knapp 10000 Km abgespult.

 Die Garantie  ist   abgelaufen !



Die Bilanz von 2011  schließt sich den vorherigen an.

Im Jahr 2011 hatten wir mehrere Ausfälle zu verzeichnen Allerdings gingen diese nicht auf das Konto der Maschine, der Fahrer musste mitten in der Saison an der Bandscheibe operiert werden. So daß eine Reihe von Wettbewerben nicht gefahren werden konnte.

Es konnten dennoch 4 Gesamtsiege und mehrere Klassensiege erzielt werden

In der Endauswertung.

ADAC Revival Pokal Platz 3,                     

ADACGaumeisterschaft Platz 3                                                   Bayr.Motorsportverband Oberfranken Platz 3

Das Motorrad hat mittlerweile 11500 km . Dieses Jahr musste einmal unterwegs eine gebrochene Ölleitung repariert werden. Was aber die KR 35 nicht aufhalten konnte. Schaden repariert und Klassensieg.

Die Erfolgsgeschichte ging weiter.  Nun Ende 2016 hat das Motorrad mehr als 22000 KM heruntergespult . Grosse Probleme sind nicht aufgetreten .

 Es wurde kein einziger Ausfall festgestellt

Weiterhin viel Glück !



Gesamtsieg bei der Bocksbeutelrallye AMSC Hammelburg

 
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